Saone

Heute haben wir endlich die Saone erreicht! Es gab zur Abwechslung mal keine Katastrophen, bis auf eine Schleuse, die nicht wollte. Dies konnte aber ein Schleusenwärter lösen. Faszinierend war die letzte Schleuse, 10,76 Gefälle in einem super Tempo! Jetzt gibt es keine kleinen Kanäle mehr! Bis jetzt waren es 1691 km und 319 Schleusen. Das Wasser sieht schon viel besser aus, als in den kleinen Kanälen. Chalon ist sehr schöne Stadt mit allen Einkaufsmöglichkeiten sowie einer Altstadt. Auch der Yachthafen ist mit Allem ausgestattet und es gibt endlich wieder eine Waschmaschine! Eingekauft haben wir auch schon, der Bedarf an Mineralwasser ist grad sehr groß. Wir bleiben erstmal 2 Tage liegen. Sonntag soll es noch einen sehr schönen Markt geben, da gehen wir noch hin. Können bis 14.00 Uhr liegen bleiben.

Canal du Centre

 

Wir haben den Kanal zum größten Teil geschafft, wenn auch mit Hindernissen. Gestern sind wir 17 Schleusen und 50 km gefahren, jedoch war mehrmals eine Schleuse defekt und wir mussten warten bzw. einmal hatte ein Charterboat an der falschen Leine gezogen und es war alles geblockt. Heute ging es prima los und wir hatten die letzten 9 Schleusen bergauf, nennen sich „oceanic“ schon gegen 11.30 geschafft. Wir waren auf 304 Meter Höhe über dem Meeresspiegel. So hoch war die Amica noch nie! Die ersten Schleusen bergab gingen auch zügig voran , bis sich bei der 10. Schleuse med (mediteran) das Tor zwar ein Stück öffnete, dann aber stehenblieb. Es war max. 1 Meter auf, wir ca. 6 Meter tief, die Notfallschnur in der Schleuse tat es wohl nicht und kein Handynetz. Also das Boot irgendwie so quer gelegt, dass Klaus vom Boot auf die nasse, rutschige Leiter kam und hochklettern konnte. Oben gab es eine Gegensprechanlage und Hilfe kam dann zügig!

Dann ging 2 Schleusen alles gut, als wir an der zweiten unten waren und Klaus eben was zu trinken holen wollte, sagt ich: guck mal, was Toni (Bordhund) macht, der schläft schon so lange. Klaus sagte nur, hier ist er nicht! Alles abgesucht, Toni blieb verschwunden. Klaus hieft das Fahrrad hoch an Land, wuchtet sich irgendwie hinterher (wir waren ja unten in der Schleuse) und radelt verzweifelt los. An der vorigen Schleuse sieht er ihn auf der anderen Seite der Schleuse, zum Glück nicht die Strassenseite, und geht fröhlich zu ihm hin! Was macht Toni: haut wieder ab. Mitten in die Wildnis, Klaus hinterher, hat ihn dann irgendwann gefunden und er kam auch. Zwischenzeitlich kam ein Schleusenwärter zu mir mit dem Auto, um die frohe Botschaft zu überbringen, kurz darauf endlich auch Klaus mit unserem kleinen Flüchtling. Da fiel ein Felsbrock von der Brust. Wir wissen noch immer nicht, wann und wie er abgehauen ist. Jetzt bleibt er an einer Leine oder ständigen Beobachtung!

Nach insgesamt 28 Schleusen und 30 km erreichen wir den Hafen Saint-Jean-de-Trezy Feierabend nach diesem aufregenden Tag. Morgen noch 16 Schleusen und 30 km, dann sind wir morgen abend an der Saone!

Digoin

Jetzt haben wir die letzte Schleuse auf dem Canal Lateral de la Loire geschafft! 4 Tage für 196 km und 38 Schleusen!  Es ging nicht so richtig vorwärts, da die Schleusen alle von Hand bedient wurden, und die Schleusenwärter dabei die Schleuse mehrmals umrunden müssen, um an alle Tore ranzukommen. Klaus hat aus lauter Verzweiflung immer schon bei der Ausfahrt eine Seite mitgekurbelt. Auch bedient meist ein Schleusenwärter 2 und manchmal auch 3 Schleusen.

Über einen Aquadukt über die Loire ging es heute nachmittag in die Stadt Digoin. Wir haben uns schon gefreut: endlich mal eine größere Stadt. War aber nicht so toll: viele Geschäfte ganz geschlossen, Restaurants von Donnerstag bis Sonntag offen, dumm wenn heut Dienstag ist. Großer Supermarkt weggezogen, also nur ein Kleiner.

Ab morgen geht es nun in den Canal du Centre, 112 km und 61 Schleusen, danach kommt endlich die Saone und die Rhone. Da können wir vor Allem unser Bimini aufbauen, da der Radarmast dann auch stehen bleiben kann. Bis jetzt, bei 3,50 Meter Brückenhöhe müssen wir den immer umklappen. Aber Schatten im Cockpit wäre schon toll. Hoffen Freitag oder Samstag an der Saone in Chalon-sur- Saone zu sein.

Loiretal

Bei brütender Hitze bis 34 Grad sind wir zwei weitere Tage durch das Loiretal gefahren. Kleine Dörfer und vieeeel Natur. Gestern waren wir auch bei Sancerre, dem berühmten Weinanbaugebiet und konnten gleich in der Schleuse ab einer Cave Wein probieren und kaufen. Danach fährt sich gleich nochmal so gut. Leider war auch hier langes Wochenende, wodurch plötzlich endlos Charterboote unterwegs waren, und wir nicht wirklich vorwärts kamen. Zur Krönung kam gestern nachmittag ein Berufsschiff, dass fuhr ganze 1,5 – 2 km/h. Er schob sich zweimal vor uns in die Schleuse, überholen konnten wir ihn auch nicht. Nach 10 Stunden, legten wir gegen 19.00 Uhr an. Er natürlich wieder vor uns, sodass das Ganze heut morgen wieder losging. Waren ihn dann nach 1,5 Stunden endlich los, und kamen dann sehr gut vom Fleck, bis auf die Mittagspause der Schleusen. Es kam noch die auf dem Foto zu sehende Schleusentreppe, die direkt wieder in einen langen Aquadukt über die Loire mündete. Dann lief es gut, trotzdem konnten wir unseren Zielhafen nicht mehr erreichen. Zum Glück hatte ein Schleusenmeister Erbarmen und lässt uns in seiner Schleuse, wo er auch wohnt, übernachten. Wir kommen hier selten mal ans Ufer. Es ist einfach zu flach, und aufgrund der langen Trockenheit ist das grad noch schwieriger. Morgen geht es dann munter weiter.

Bis zum Canal Lateral de la Loire

So, in den letzten 3 Tagen haben wir wenig Kilometer (105), dafür viele Schleusen (46) zurückgelegt. Wir sind über die Loing, den Canal de Briare jetzt auf dem Kanal Lateral de la Loire angekommen. Hier bleiben wir die nächsten 200 km. Aber nach der ganzen Schleuserei, alleine 20 heute, machen wir morgen erstmal einen Tag Pause. Hausputz und Einkaufen sind angesagt. Bei der Hitze geht das Wasser schnell weg! Heute haben wir über mehere Schleusentreppen geschleust, hatten bei 165 Meter Höhe den Scheitelpunkt, und dann ging es wieder bergab. Der beste Clou war dann der Aquadukt bei Briare. Hier fuhren wir in dem Aquadukt über die Loire.

Leider haben die Kanäle keine Schwimmqualität, warm genug ist das Wasser, aber so dreckig, da möchte man nicht rein. Da auch hier heute Feiertag ist, wurde es heute nach wochenlanger Einsamkeit plötzlich voll auf dem Wasser, die Charterflotten sind unterwegs. Daher war es schwierig, einen Liegeplatz zu bekommen. Dies hat dann im zweiten Anlauf auch noch geklappt, wenn auch nicht im Wunschort. Liegen aber auch sehr schön!

Yonne, die 2. und Loing

Haben am Wochenende etwas gebummelt, Samstags wegen Fußball früh Feierabend gemacht und Sonntag liebe alte Freunde wieder getroffen, auch früh Schluss gemacht. Dafür waren wir dann heute wieder länger auf Achse, haben das Ende der Yonne erreicht, auf die Seine mal wieder und ab in die Loing! Diese führt uns dann über mehrere Kanäle letztlich bis Lyon, sind aber bis dahin noch ca. 550 km und 150 Schleusen! Haben immer wieder das Problem, dass wir nicht anlegen können, und im Schlick landen. Nur mitten im Fahrwasser geht es gut, und dabei haben wir nur 1,50 Meter Tiefgang. Aber irgendein Plätzchen findest sich immer, wie jetzt, inmeitten von Schlingpflanzen😂 Unser Messer an der Schraube ist schon praktisch!

Insgesamt sind wir bis jetzt 1271 km und 175 Schleusen gefahren!

Bugstrahlruder

Nach fast zwei Wochen ist es heute soweit: das Wasser ist wieder da und wir kommen zum Kran. Müssen aber nochmals zwei Stunden warten. dann geht es an Land. Das Schiff bleibt aber im Kran, das kostet „nur“ 300 Euro, an Land stellen, und später wieder rein, würde 600 Euro kosten😬 Nach 2 Stunden hat Klaus das neue Bugstrahlruder eingebaut, und wir könnten wieder ins Wasser, wenn denn der Kran anspringen würde, also wieder warten. Etwas später ist es dann soweit und wir schwimmen. Es bleibt auch alles dicht und so können wir los, wieder in die Richtung, aus der wir kamen. Es gibt einen schönen Kai, mit Strom und Wasser, und wir freuen uns schon, aber es macht wieder hops, und wir sitzen im Schlamm. Also weiter bis Joigny. Hier legen wir 9 km und 2 Schleusen später mit dem ersten Donner an, und kaum sind wir unter Deck, fängt es auch an zu hageln, das war knapp. Jetzt ist Feierabend und praktischerweise liegen wir direkt vor einer Dönerbude😀

Migennes

Gestern haben wir nach weiteren 40 km und 8 Schleusen unser Ziel, die Werft in Migennes, erreicht. Zielsicher steuerten wir freudig die Werft an, und kurz vor dem Ziel macht es mal wieder: hops, mitten im Fahrwasser aufgelaufen😬 Also rückwärts und neuer Anlauf an anderer Stelle: wieder hops, das nervt! Nach dem dritten Auflaufen geben wir auf und rufen dort an. Die Werft teilt uns mit, dass der Wasserstand wegen Arbeiten an der letzten Schleuse, (haben wir gesehen) ca. 30 cm niedriger ist als normal. Also durch eine weitere Schleuse in die Stadt und Parken. Der nette Schleusenwärter erkundigt sich für uns, und heute soll Wasser wieder steigen. Sicherheitshalber machen wir aber erst einen Termin für Freitag. Dies ist auch gut so, denn ganz war das Wasser heut noch nicht gestiegen.

Die nächste Hiobsbotschaft erreicht uns (zum Glück) von der Werft: wir erfahren, dass der Canal de Bourgogne nicht mehr die im Frankreichbuch genannte Tiefe von 1,80 m hat, sondern nur noch 1,40😡 Dies bedeutet, dass wir die ganze Yonne wieder zurück müssen, (89 km und 17 Schleuden), um dann über den Canal lateral de Loire wieder weiter zu kommen.

Jetzt warten wir erstmal auf morgen und hoffen, dass wir wenigstens die Werft erreichen, damit das nicht Alles umsonst war.

Gestern und vorgestern hatten wir bis 30 Grad, nach einem Gewitter gestern abend gab es heut dann einiges an ☔️. Morgen und die nächsten Tage soll es aber schön werden☀️

Haute Seine und Yonne

Gestern Morgen, Montag, stand der Abschied von Paris auf dem Programm. Der gestaltete sich noch spannend! Direkt gegenüber von uns waren im Hafen Dreharbeiten. Beim Bezahlen erfuhr ich dann, dass da für den neuen Mission Imposaible 6 gedreht wird, im Tunnel, den man vom Hafen aus befährt, und das für uns gesperrt ist. Zum Glück wollten wir Vorne raus, durch die Schleuse. Mit Genehmigung der Polizei und des Zivilschutzes durften wir dann auslaufen. Fuhren dann weiter bis um 20.30 abends und parkten mangels Möglichkeit direkt an einer Wassertankstelle. Hier fielen wir heute Morgen um 6.30Uhr aus dem Bett, weil auch eine Peniche tanken wollte und wir da lagen. Also aus dem Bett, Platz machen, danach selber tanken und los geht es um 7.30 Uhr. Nach einer Stunde ereichen wir die Yonne und ihre fiesen Schleusen mit schrägen Wänden! Entweder frei in der Mitte halten, oder, falls vorhanden,,an einer Peniche festmachen, oder in einigen gibt es für de Sportschiffahrt einen Schwimmsteg. Mussten viel warten wegen der Berufsschifffahrt, drum haben wir unser Ziel Migene auch noch nicht erreicht.

Vor einer Schleuse gab es dann noch einen Adrenalinschub: mussten einem Frachter , der aus der Schleuse kam, ausweichen. Mittendrin gab es plötzlich einen deutlichen Hopser und wir saßen auf einem Kiesberg! Der Bug stand richtig hoch. Wir kamen weder mit Maschine noch einem Staken frei. Also die Schleuse angesprochen, der Schleusenwärter hatte zum Glück Zugang zum Wehr, und gab uns etwas mehr Wasser unter den Kiel, bis wir wieder schwammen .

Den Krantermin für das neue Bugstrahlruder haben wir auf Donnerstag verschoben. Bis wir da morgen ankommen, ist es wohl auch wieder nachmittag. Danach haben wir dann keinen Termin mehr, und können fahren wie wir wollen.

Paris

So, gestern sind wir bis 25 km vor Paris gekommen, bei schönstem Wetter und endlich luftiger Kleidung. Die Fahrt über die Seine war sehr schön und es gab nur 2 Schleusen. Heute dann der Traum: mit der Amica in Paris einlaufen. Gegen 11 Uhr waren wir in Paris. Da ging es gut 1 Stunde die Seine hoch, vorbei an allen Sehenswürdigkeiten. Und das auch noch bei schönstem Wetter! Um 12.00 standen wir dann an der Schleuse, die uns direkt in den Hafen Port Arsenal brachte. Dieser liegt direkt am Place de Bastille. Haben eine eigene Box, Der Hafen ist super, und unser neues Bugstrahlruder auch schon da. Leider ist der Kran hier zu klein. Da müssen wir jetzt was suchen. Aber erstmal 4 Tage Urlaub in Paris!😄 Und vieel sehen. Nur die Preise hier sind übel, eine kleine Cola 6 Euro!

Insgesamt waren das jetzt seit Sloten 968 km, sowie 124 Schleusen.

Von hier bis zum Mittelmeer sind es nochmal ca. 1000 km und 160-220 Schleusen, je nach Route. Da sind wir uns noch nicht sicher, welche wir nehmen möchten.